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Neuer Name, neues Konzept

Polonaise der Jugendlichen zur Musik der Band »Lichtfabrik« an der Bühne am Teich vor dem Christus-Pavillon im Kloster Volkenroda. Drei Tage wurde auf dem Gelände gefeiert. Foto: Katharina Freudenberg

Ev. Wochenzeitschrift "Glaube und Heimat", 19. September 2016 

Premiere: 800 Jugendliche beim ersten Evangelischen Jugendfestival in Volkenroda

Bunte Enten und ein Globus auf dem Teich vor dem Christus-Pavillon. Drei große Bühnen mit vielen Bands, Kletterwand, 3-D-Drucker, Wasserfußballfeld, Gebetslounge, Mitternachtskino, hunderte Zelte und fast 800 Jugendliche. Still ging es nicht zu im Kloster Volkenroda. Allenfalls an ausgesuchten Orten wie der Stilleoase im Chaizelt oder in der Silent-Disco.

Vielfältig und bunt sollte es auch zugehen nach dem Wunsch von Benedikt Nitsch vom Landesjugendkonvent der EKM: »Ich kannte die Struktur vom bisherigen Evangelischen Jugendcamp. Da war vom Ablauf her viel vorgegeben. Wir als Jugendliche wollten, dass das Camp eine offenere Struktur bekommt. Dass ich dahin gehen kann, worauf ich gerade Bock habe, auf Musik oder einen Workshop. Wie ein Festival.«

Vor etwa anderthalb Jahren wurde diese Idee vom Jugendfestival geboren, nun ist sie am Wochenende vom 9. bis 11. September Wirklichkeit geworden.

Zunächst bestand einige Unsicherheit, ob die neue Ausrichtung angenommen werden würde. »Bisher kamen viele im Konfirmandenalter. Wir wollten mit dem neuen Konzept bewusst eine ältere Zielgruppe an Jugendlichen ansprechen. Für die gab es bisher kein solches Format. Aber wir wussten nicht, ob das gleich beim ersten Mal gelingt«, blickt Jana Krappe vom Kinder- und Jugendpfarramt der EKM zurück. Die Teilnehmerzahl hat sich im Vergleich zum letzten Jugendcamp erhöht.

Thematisch stand das Festival unter dem Motto »Du bist es wert!« »In der Politik wird im Bereich Jugend gerne gespart. Am ehesten gibt es noch eine Förderung für Benachteiligte. Viele andere Kinder und Jugendliche fallen da runter. Für mich ist es wesentlich, dass sie merken, dass sie alle wichtig sind«, erklärt Ute Kropp, Referentin für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Magdeburg. Um das zu erreichen, wurde das Programm bewusst breit aufgestellt. So wurden über das Klostergelände verteilt Konzerte, Workshops, Gesprächsrunden und Sport angeboten. »In dem vielfältigen Programm kommt die Vielfalt der Begabungen zum Ausdruck«, erläutert Landesjugendpfarrer Peter Herrfurth. Das gelte auch für die Frömmigkeitsprägungen. Bereits in der Planung wurde über die ökologischen Aspekte nachgedacht. Trotz aller Bemühungen den Transport, den Materialverbrauch oder die Stromversorgung nachhaltig zu gestalten, zeigten die Berechnungen, dass ein Teil der Emissionen übrig bleibt. Um diesen auszugleichen, wurde eine Klimakollekte eingesammelt.

»Dieser Betrag wird dann für Entwicklungsprojekte eingesetzt,« erklärt Felix Kalbe vom Landesjugendkonvent. Er ist begeistert, dass er zusammen mit anderen Jugendlichen die Konzeptentwicklung des Festivals mitgestalten konnte: »Überall waren viele junge Leute dabei, bei der Programmgestaltung und jetzt auch auf den Bühnen.« Die Breite des Angebots kam gut an bei den Teilnehmern. So schwärmte Jonas Kiesner aus Osterwohle: »Die Vielfalt der Bands ist toll, aber ich bin auch an den theologischen Gesprächen und dem Austausch interessiert.«

Ein solches Wochenende kann den Blickwinkel der Jugendlichen auf ihre Kirche und ihren Glauben verändern, ist Pfarrerin Eva Kania aus Eisleben überzeugt: »Kirche ist mehr als Sonntagsgottesdienst. Das wird bei einem solchen Festival deutlich.«

Katharina Freudenberg

von redaktionguh  

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